Warum die Temperatur steigt
Nach dem Eisprung bildet sich aus dem Follikel der Gelbkörper, der Progesteron produziert. Progesteron erhöht die Körpertemperatur geringfügig — typischerweise um etwa 0,2 bis 0,5 Grad Celsius. Dieser Anstieg bleibt bis kurz vor der nächsten Periode bestehen. In der Kurve zeigt sich dadurch ein zweiphasiges Muster: niedrigere Werte in der ersten Zyklushälfte, höhere in der zweiten. Bleibt der Anstieg aus, spricht das dafür, dass in diesem Zyklus kein Eisprung stattgefunden hat.
Wie richtig gemessen wird
Gemessen wird direkt nach dem Aufwachen, vor dem Aufstehen, möglichst zur gleichen Uhrzeit und nach mehreren Stunden zusammenhängendem Schlaf. Wichtig ist, immer dieselbe Messmethode und dasselbe Thermometer zu verwenden, da die Werte sonst nicht vergleichbar sind. Die Messung erfolgt üblicherweise oral, vaginal oder rektal — entscheidend ist die Konstanz, nicht der Ort. Notiere die Werte täglich, damit sich ein Kurvenverlauf ergibt.
Wofür die Kurve wirklich nützlich ist
Zur Planung des Geschlechtsverkehrs in einem laufenden Zyklus taugt die Temperaturmethode wenig, weil das fruchtbare Fenster beim Anstieg bereits weitgehend vorbei ist. Ihr Wert liegt anderswo: Über mehrere Zyklen hinweg zeigt sie, ob überhaupt Eisprünge stattfinden und wie lang deine zweite Zyklushälfte tatsächlich ist. Genau diese Länge nimmt jeder Kalenderrechner mit rund 14 Tagen an — die Kurve zeigt dir, ob das für dich zutrifft.
Was die Messung stören kann
Die Werte reagieren empfindlich auf äußere Einflüsse: unruhiger oder verkürzter Schlaf, Alkohol am Vorabend, Erkrankungen mit Fieber, Schichtarbeit, Reisen über Zeitzonen oder eine deutlich veränderte Raumtemperatur. Einzelne Ausreißer sind deshalb normal und sollten nicht überbewertet werden — aussagekräftig ist der Gesamtverlauf über mehrere Wochen. Wer eine Kurve auswertet, sollte auffällige Tage entsprechend notieren.